Drogen und Strafvollzug

 

Etwa 15 Prozent der Häftlinge in den Justizvollzugsanstalten sind abhängig von illegalisierten Drogen. Ein „drogenfreies“ Gefängnis ist ebenso eine Illusion wie eine drogenfreie Gesellschaft. Es gibt in Deutschland keine Haftanstalt ohne Drogen. Ein Strafvollzug ohne Drogenkonsum wäre wünschenswert, ist aber ebenso unrealistisch wie eine drogenfreie Gesellschaft. Suchtmittelkonsum und Drogenabhängigkeit gehören zum Gefängnisalltag.

Mit regelmäßigen, nicht vorhersehbaren Durchsuchungen versuchen die Anstalten, den Drogen-Missbrauch einzudämmen. Auch gibt es Urin-Kontrollen.

Es gibt ein Interesse daran, dass die Menschen im Vollzug aus dem Kreislauf der Drogenabhängigkeit wieder herauskommen. Dabei ist es wichtig, einen Umgang mit dem Suchtmittelkonsum zu finden, der die Gesundheit der Gefangenen schützt. Die Inhaftierten sollten befähigt werden, später in der Gesellschaft wieder in sozialer Eigenverantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen.

Leider gibt es nur spärliche Informationen darüber, ob zahlreiche Maßnahmen wie Beratung, Entgiftung oder Entwöhnungsbehandlung auch Wirkung zeigen.

Deshalb ist es wichtig, dass in den Justizvollzugsanstalten ein umfangreiches Präventions-, Beratungs- und Behandlungsangebot für die betroffenen Gefangenen gemacht wird. Auch für eine erfolgreiche Resozialisierung ist es entscheidend, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der JVA wissen, wie sie mit drogengebrauchenden Menschen in der Haft umgehen können. Dazu bieten verschiedene Träger entsprechende Fort- und Weiterbildungsangebote an, die gut angenommen werden.

Aber auch die inhaftierten Menschen brauchen eine gute Informationsversorgung .

Substitution in Haft

Gern können sich auch Bedienstete von Einrichtungen, JVA , sowie von anderen Gruppen mit Fragen an uns wenden.

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